2018 wird bunt

Bunt? Bei WHITEVISION? Ganz recht: Wir können auch in Farbe. Obwohl wir selbst das Weiß schon im Namen tragen, unser Auftritt bewusst pur in Schwarz und Weiß gehalten ist und wir auf dem weißen Markt agieren – es muss nicht immer farblos sein. Ein Ausblick auf die Töne für 2018.

Pantone LLC entwickelte ursprünglich Farbkarten für die Mode- und Kosmetikbranche und ging als kleines Familienunternehmen an den Start. Heute bezeichnet sich Pantone als „weltweit anerkannte Autorität für Farbe“. Seit 50 Jahren inspiriert das Unternehmen nicht nur Design-Profis, sondern all jene, die mit Farben zu tun haben – von Grafikbranche bis Verlagswesen, von Druckereien bis Textilindustrie. 1963 schuf Pantone-Gründer Lawrence Herbert sein innovatives System zur Identifizierung, zum Abgleich und zur Kommunikation von Farben und revolutionierte damit die Designwelt. Denn damit war es möglich, präzise Farbübereinstimmungen zu schaffen. Und mit Pantone kamen die standardisierten Farben im Fächerformat auf den Markt.

Plötzlich Pink?

Unsere Arbeit wäre ohne diese Pantone Matching System undenkbar, oder zumindest weitaus schwieriger, denn wie ließe sich sonst gewährleisten, dass das gewünschte Blau immer gleich blau aussieht, das Rot nicht plötzlich pink? Jedes Jahr werden Dienstleistungen und Produkte von Pantone in über 100 Ländern verkauft. Und Ende jeden Jahres (seit 2000) gibt das Pantone Color Institute die „Farbe des Jahres“ heraus. Nicht einfach irgendeine, sondern eine oder mehrere, die dem Trend folgen bzw. den Trend vorgeben. Farben, die in sich vereinen, was uns beschäftigt, antreibt oder uns Angst macht.

Pantone Farbe des Jahres 2017 ist „Greenery“, Pantone 15-0343 TCX im Fachjargon, ein frischer Apfel-Grünton. Warum? Schon 2016 lag der Fokus auf der Suche nach Harmonie, „diese Sehnsucht ist 2017 noch konkreter“, wie die Direktorin des Pantone Color Institute, Leatrice Eiseman, über Greenery sagte. So seien die Leute viel im Büro und hätten kaum eine Chance, die Natur zu erleben, müssten teilweise bis zum Wochenende warten. Dann wird das Bedürfnis, draußen zu sein und tief durchzuatmen, übermächtig. In der Architektur war den Spurensuchern dazu das Vertical Gardening aufgefallen: Kräuter und Pflanzen drin an die Wand zu hängen – Grünes fürs Zuhause, im direkten Blickfeld. All das brachte die Farbforscher dazu, Grün zu wählen. Und 2018?

Was jetzt den Ton angibt

Nun ist das Geheimnis um die Farbe des Jahres 2018 gelüftet! Bereits im Frühling 2017 startete die Suche nach der kommenden Jahresfarbe. Kleine Anzeichen wurden vom Pantone Color Institute genau beobachtet, die Mitarbeiter reisten durch die Welt, besuchten Ausstellungen, hielten die Augen auf Fashionweeks offen und filterten die Eindrücke so lange, bis sie die passende Farbe fanden: Pantone 18-3838, auch Ultra Violett genannt.

Als Vermittler zwischen Blau und Rot ist der mystische Lila-Ton seit jeher Bestandteil von Natur und Kultur. Denn die Farbe wird in unseren Köpfen nicht nur mit blühenden Lavendelfeldern oder der obskuren Schwärze des Nachthimmels verbunden – sie steht heute auch für Freiheit, Individualität und Vielfalt. Wesentlicher als das Violett erscheint uns in 2018 also das Ultra im Namen der neuen Trendfarbe. Dieses lateinische Wörtchen wird ursprünglich mit „jenseits“ übersetzt. Ultra Violett ist also jenseits von rot und blau; ist mehr eine Vision als ein Farbton. Diese Vision geht über das Konventionelle hinaus und steht stattdessen für ein buntes Spektrum an Ideen und Zukunftsentwürfen.

Doch wie wirkt die Farbe auf uns?

Die Symbolik des violetten Farbtrends 2018 kennen wir nun. Aber wie ist das überhaupt mit der Wirkung der Farben? Heißt es nicht, Rot wirke temperamentvoll und feurig, Grün beruhigend und harmonisierend? Und wie lässt sich das im Erscheinungsbild eines Unternehmens nutzen? Ein Beispiel: Welche Farbe sehen Sie, wenn Sie an Versicherungen denken? Wir tippen auf Blau. Ähnlich eindeutig ist es beim Wein, dort dominieren Dunkelrot und Grün. Wenig überraschend. Blau weckt Vertrauen, wirkt seriös, die Muskeln entspannen sich; Blau steht für Pflichtbewusstsein. Wer neue Farben für die Praxis sucht, sollte bei Rot beispielsweise eher noch einmal überlegen, vor allem, wenn es dabei um offene Wunden gehen könnte. Autsch. Zudem regt Rot an, Adrenalin wird ausgeschüttet, der Blutdruck steigt, der Atem geht noch schneller, als er es beim Praxisbesuch vielleicht sowieso schon tut.

Gelb dagegen wirkt fröhlich und frisch, Orange steht für Energie und ist ein echter Stimmungsaufheller. Violett wird schmerzstillende Wirkung nachgesagt, zumindest aber stärkt es die Hirnaktivität und soll sogar das seelische Gleichgewicht fördern können. Versuchen Sie einen Test: Kleiden Sie sich bewusst in einer Farbe und beobachten Sie sowohl Ihre eigene Reaktion wie auch die der anderen. So gewinnen Sie ein Gefühl dafür, was möglicherweise eine Farbe für Ihre Praxis sein kann. Immerhin umgibt Sie dieser Ton dann tagtäglich, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Farbe lässt sich ebenso vollflächig wie als zurückhaltenden Nuance einsetzen – kommt ganz darauf an, was Sie transportieren wollen. Unsere Empfehlung: Gehen Sie, ähnlich wie das Pantone Color Institute, auf Spurensuche. Lassen Sie sich Zeit mit Ihrer Wahl. Wenn die Farbe nicht der Ausgangspunkt, sondern das Ergebnis Ihrer Suche ist, werden Sie damit sicher die gewünschte Wirkung erzielen. Dabei ist deckt sich das Erfolgsrezept mit dem Geheimnis jeder Farbe: Die Mischung macht’s. In diesem Fall raten wir zu einem bunten Mix aus Mut, Spürsinn und Ideenvielfalt!