Influ… wie? Hat das was mit Grippe zu tun?

Influenza, die fiese Virusgrippe, hat zwar grade in der jetzt wieder kälteren und nasseren Jahreszeit durchaus Saison (auch wenn sie vom grippalen Infekt unterschieden werden muss) – aber eigentlich haben beide überhaupt nichts mit diesem Beitrag zu tun. Wir wollen stattdessen über Influencer sprechen. Die kennt nur noch nicht jeder. Wir erklären.

Influencer als Motoren und Multiplikatoren

Sie breiten sich rapide aus, sie sind ansteckend mit Ihrer Meinung, und sie sollten ernst genommen werden – auch in der Gesundheitsbranche. Wenn Sie niesen, schreiben Millionen Menschen „Gesundheit“. Influencer. Wer sind sie? Warum sind sie wichtig? Wir haben uns auf die Suche gemacht:

  • nach einer Übersetzung des Begriffs
  • nach Erklärungen, was ihre Aufgabe ist
  • nach Ideen, wie Sie Influencer Marketing für sich nutzen können

Influencer heißen sie, weil sie Einfluss nehmen. Warum sie das können und wie das tun, klären wir gleich, haken dazu aber weiter vorn ein. Alles hat begonnen mit den Blogs, früher in langer Form noch Weblogs genannt. Digitale Tagebücher, die einst dazu dienten, persönliche Empfindungen und Erfahrungen, und seien sie noch so irrelevant für die restliche Welt, ins Internet zu schreiben, eben in ein Weblogbuch. Über die Zeit und Jahre wurde daraus, was wir heute als Blog kennen, und hier wurden irgendwann auch die Influencer geboren. Menschen, die auf Blogs, Facebook, Twitter gelesen, in Vlogs zum Beispiel auf YouTube gesehen oder in Podcasts gehört werden, die auf Instagram gesehen und auf Snapchat geaddet werden. Und das in beträchtlichen Zahlen. Tausende, wenn nicht gar Millionen Follower und Leser nehmen wahr und ernst, was ihr Lieblingsblogger, ihr geliebter YouTuber ihnen sagt oder zeigt. Produkte werden getestet, Marken für gut oder schlecht befunden.

Vertrauen Sie dem Follower

Sie sind also extrem gut vernetzt, auf verschiedenen Plattformen unterwegs, sie erreichen riesige Mengen an Menschen und haben eine treue Community im Rücken. Auf dieser Basis sind Influencer oder „Beeinflusser“ in der Lage, die Meinung ihres Netzwerks und ihrer treuen Gefolgschaft zu steuern, und zwar in großem Ausmaß. Findet ein Influencer Sie, und findet Sie auch noch gut, können Sie davon profitieren wie von kaum einem Werbemittel.

Wer heute als Unternehmen ernsthaft Marketing betreibt, kommt an diesen Menschen nicht vorbei. Denn die eigene Marke und Ihre Botschaft zu platzieren, das funktioniert nur noch bedingt über Werbung – wer kann sich Anzeigen in Printprodukten noch leisten? Wer sieht heute überhaupt noch klassisch fern? Geglaubt wird nicht mehr, was im TV kommt, sondern was im Blog gelesen wird. Das mag vor allem an der authentischen Art und Weise liegen, an den Personen, die mit ihrem Namen und ihrem Gesicht frontal für (oder gegen) eine Marke stehen. In echten Fakten lässt sich das kaum belegen, wohl aber in Zahlen. Influencer kennen ihren Marktwert meist genau, und selbst wenn die Klicks nicht in exorbitante Höhen steigen – gerade in den Nischen finden Influencer Gehör und Respekt. Dazu gehört auch der Healthcare-Bereich. Denn das Vertrauen in die Community, die persönliche Erfahrungen teilt, wächst stetig und gerade in Sachen Gesundheit rasant. Persönliche Empfehlung statt unpersönliche Werbung – das ist der Weg in die Zukunft.

Der Vorteil: die Vorbildfunktion der Influencer. Das Risiko: ebendiese. Was der Influencer sagt, wird oft unreflektiert für bahre Münze genommen und geteilt. Wenn Sie mit Bloggern zusammenarbeiten wollen, denken Sie immer daran, was einmal im Netz steht, lässt sich kaum noch löschen. Andererseits kommen Sie über Influencer so nah an Ihre Kunden, Patienten, Zielgruppe wie nirgends sonst. Bringen Sie Ihre Botschaft glaubhaft und authentisch unter die Leute, und zwar genau dorthin, wo Sie gehört werden wollen. Influencer übernehmen die Rolle der Multiplikatoren und Motoren, sie sind treibende Kräfte und können viel für Sie tun, ohne dass Sie viel tun müssen. Das Wichtigste dabei: Ehrlich sein, authentisch bleiben. Influencer merken schnell, wenn sie ausgenutzt werden sollen; Gleiches gilt für deren Follower. Kooperationen müssen gekennzeichnet werden, Werbung als solche auch benannt. Heimlich? Ist nicht im Influencer-Marketing.

Worauf kommt es außerdem an?

  • Auf passende Influencer mit engem Bezug zum Thema und am besten auch zu Ihrer Marke
  • Auf den persönlichen Kontakt, denn das ist der Vorteil der Influencer und ihrer Community
  • Auf faire Vergütung – auch Blogbeiträge sind Arbeit
  • Auf Kreativität in der Zusammenarbeit; ein reines „Diese Praxis finde ich toll“ reicht heute nicht mehr
  • Auf Ansprache, die sich abhebt aus der Masse – und das geht nicht über anonyme Presseinfos
  • Auf den Blick über den Tellerrand, denn Followerzahlen und Engagement Rate sind nicht alles

Umgekehrt können und sollten Sie ebenso dem Follower als potenziellem Kunden bzw. Patienten vertrauen. Auch wenn sie ihn nicht direkt ansprechend, wird er über intelligente Influencer-Ansprache auf Sie aufmerksam. Influencer Marketing funktioniert, wenn es mit Köpfchen realisiert wird.