Transportmittel Typografie: Die Schrift hat eine Botschaft für Sie

Transportmittel Typografie:
Die Schrift hat eine Botschaft für Sie

2015 war es eine der Meldungen, die für Aufruhr sorgten: „Finnland schafft die Schreibschrift“ ab; so oder so ähnlich stand es in den Medien zu lesen. Dort gilt seit 2016 tatsächlich ein neuer Lehrplan. Der sagt: Finnische Schülerinnen und Schüler lernen in den Schulen weiterhin Druckbuchstaben, parallel dazu direkt das Schreiben auf einer Tastatur. Es gehe zu viel Zeit in den ersten Jahren verloren, so hatten sich die Lehrer beklagt. Ohnehin seien Schulen vielerorts mit Computern, Beamern, interaktiven Geräten ausgestattet; das Tastaturschreiben hat enorm an Bedeutung gewonnen. Es gibt allerdings auch ein großes Aber. Schreibforscher Christian Marquardt warnt: „Durch händisches Schreiben werden Lernen und Erinnerung verbessert.“ Kennen wir alle: Was wir von Hand notiert haben, bleibt besser im Gedächtnis haften. Nicht umsonst gelten morgendliches Handschreiben auf Papier (die Morning Pages nach Julia Cameron), Bullet Journals und Ein-Satz-Tagebücher als neue Wege zu mehr Achtsamkeit und Rückbesinnung auf das eigene Ich – und erfreuen sich riesiger Beliebtheit. Was ist dran an der Handschrift, warum ist Schrift etwas so Persönliches und was sagt die richtige Schrift über das Unternehmen aus? Wir haben nachgedacht und gesammelt.

Schreiben zu können unterscheidet uns von anderen Lebewesen. Es ist wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikation – und es droht, in der Versenkung zu verschwinden. Schon heute klagen viele vor allem junge Menschen, über schmerzende Finger und Handgelenke, sobald das Handgeschriebene über den Einkaufszettel hinausgeht. Und nicht mal der schafft es noch oft aufs Papier, Apps übernehmen das für uns. Manfred Spitzer, Psychiater und Hirnforscher, schlägt dabei wohl die Hände über dem Kopf zusammen. „Handschrift ist etwas motorisch ziemlich Komplexes“, erklärt er und betont, wie das Schreiben Höchstleistungen von unserem Gehirn verlangt. Mehr noch: „Die Handschrift ist gewissermaßen der Weg in unser Gedächtnis. Das Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn man es nicht benutzt, dann verkümmert es.“ Übrigens entfernt sich nicht nur Finnland vom Lernen der klassischen Schreibschrift von Hand. Auch in Deutschland ist die Entscheidung, ob nur Druckbuchstaben oder auch die verbundene Handschrift erlernt werden müssen, Sache der Bundesländer.

Handletterling: Die neue Lust am schönen Schreiben

Es sieht aus wie aus vorigen Jahrhunderten. Es ist eher Kunst denn einfache Notiz. Und es zieht immer mehr Menschen in seinen Bann. Handlettering, das schöne Schreiben in kalligraphischer Detailarbeit, ist zu einer Massenbewegung der Hände, Pinsel und Stifte geworden. Vielleicht eine Art Gegenbewegung? Wir bei WHITEVISION sind auf jeden Fall Fan. Nicht nur vom Hand- oder Brushlettering, sondern von Schrift generell. Den passenden Font, wie wir in der Designsprache sagen, auszuwählen, das passiert nicht mal schnell nebenbei – es ist zentraler Teil des Corporate Designs. Denken Sie an die bekannte Milchmarke in der Bauernglasflasche, sie hat eine eigene Schriftart geprägt und über die Jahre daran festgehalten. Automarken, Fluglinien, Fast-Food-Ketten: Die großen Konzerne wissen schon lange, wie viel Gewicht die unverwechselbare Schrift hat. Schrift findet sich in Höhlenmalereien; über Südosteuropa 5.500 v. Chr., Altägypten, Mesopotamien, Indien und China hat sie sich schließlich bis nach Mittelamerika verbreitet. Mit dem Wissen über Papier und seine Eigenschaften setzte sich die Typografie auch in Europa durch: Johannes Gutenberg erfand um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Verwendet hat er in seinen ersten Druckwerken die Textura, gefolgt von der Antiqua und der Bembo. Heute ist es unmöglich, alle bestehenden Schriftarten zu zählen, zumal praktisch jeden Tag neue hinzukommen.

Pure Ästhetik in Font und Firma

Und WHITEVISION? Wir haben uns für Trade Gothic entschieden. Jackson Burke hat diese Schriftart 1948 neu gestaltet und sie bis 1960 immer weiter entwickelt, Schriftschnitte hinzugefügt, feingeschliffen. Serifenlos, clean, geradlinig, dabei mit ganz eigenem Charakter und einem hohen Maß an Ästhetik. Genau das, was wir mit und bei WHITEVISION verkörpern. Mit dieser Schrift fühlen wir uns wohl, sie repräsentiert, wofür wir stehen. Genau diese Aufgabe kann und soll eine Hausschrift, ein Corporate Font übernehmen. Diese Hausschrift ist die Handschrift Ihres Unternehmens, sie zeigt eindeutig, wer und wie Sie sind, und sie spricht – mit Bedacht ausgewählt – Ihre Zielgruppe an. Wobei Auswählen nur eine Option ist; die Entwicklung eines eigenen Corporate Fonts ist die andere, sehr elegante und garantiert einzigartige Möglichkeit. So oder so: Gut lesbar muss die Schrift sein, und mit ihren Merkmalen zu den Charaktereigenschaften Ihres Unternehmens passen.

Am 23. Januar war Internationaler Tag der Handschrift. Wir haben ihn gefeiert, und das werden wir auch 2019 wieder tun. Denn so wichtig uns die Font-Auswahl für Bildschirme und Druckerzeugnisse auch ist: Von Hand schreiben fördert, siehe oben, die Kreativität. Und das wollen und müssen wir bewahren. Wie Sie auf gute Ideen kommen? Erfahren Sie hier.